MFH Flora 86

Das Raumwunder

Attraktives Wohnen in der deutschen Hauptstadt

Mit seiner Mischung aus alteingesessenen und neu zugezogenen Bewohnern sowie einem gepflegten, über ein Jahrhundert gewachsenen Straßenbild gilt der Berliner Bezirk Pankow als einer der attraktivsten Wohnbezirke der Hauptstadt. Nach reger Neubautätigkeit in den vergangenen Jahren gibt es nur noch wenige räumliche Reserven. Umso erfreulicher, dass eine Baulücke in der heimlichen Kiez-Hauptstraße Florastraße für ein Wohnhaus genutzt werden konnte, das auf begrenztem Platz tatsächlich ein Maximum an Dichte und Wohnqualität erzielt. Das aus der Blocktiefe auf die Florastraße zulaufende, dreieckige Grundstück neben einem öffentlichen Pocket-Park erforderte die Entwicklung eines komplex gefügten Baukörpers, dessen Volumen über das differenziert moderierte Verhältnis zu insgesamt acht Anrainergrundstücken definiert wird.

Anzahl Wohneinheiten20
Wohnfläche2.182 m²
StandortBerlin-Pankow (D)
BauherrschaftFlora 86 GbR
Award-KategorieNachverdichtung
PlanungsbüroBauherrengemeinschaft Ausbauhaus Flora 86 GbR
Zum Profil
FotografieAndreas Friedel
Wohnungsbau muss Quartiere entwickeln, an denen ich als normaler Mensch teilhaben kann.

Dr. Jana Richter, Architektin

Der Neubau mit 19 barrierefreien Wohneinheiten und einer Gästewohnung, gegliedert in ein gestrecktes Vorderhaus mit zwei Aufgängen sowie einen Seitenflügel, faltet sich förmlich in die vorhandene Blockrandbebauung. Da dem Gebäudeteil an der Florastraße ein denkmalgeschütztes Haus gegenübersteht, wurde auf ein Staffelgeschoss verzichtet. Stattdessen befindet sich auf dem Dach eine gemeinschaftliche Terrasse. Der Gebäudeteil am Pocket-Park verfügt aufgrund des schmalen Grundstückszuschnitts über eine Tiefe von gerade einmal acht Metern und beherbergt kleine Apartments sowie drei Maisonette-Einheiten. Der dreigeschossige Seitenflügel nimmt die Höhe der nördlich anschließenden Nachbarbebauung auf. In Ausrichtung und Zuschnitt spiegeln die durchgesteckten, unterschiedlich großen Wohnungen nicht zuletzt die komplizierte bauliche Struktur des Gebäudes wider, die sich wiederum aus dem schwierigen Grundstück ergab. Umso erstaunlicher die handfesten Qualitäten des Gebäudes: Trotz der enormen Verdichtung war hinter dem Haus noch Platz für einen Gemeinschaftsraum und eine Gästewohnung sowie für einen halböffentlichen Hof mit Spielplatz, Beeren- und Kräutergarten, Sitzgelegenheiten und Radstellplätzen. Und auch seiner Lage an einer belebten Straße trägt das Gebäude mit zwei Gewerbeeinheiten Rechnung. Eine Bereicherung.

Impressionen