Feuerlandhöfe

„Das außergewöhnliche Wohnensemble aus aufwendig saniertem Industriedenkmal und ergänzenden Neubauten leistet an historischer wie zukunftsträchtiger Stelle einen wichtigen Beitrag zur weiteren Belebung und Stärkung dieses für die Stadtentwicklung so bedeutenden Standortes.“ Jürgen Kutz CG Gruppe AG

CG Gruppe AG
10627 Berlin
Deutschland

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Wo sich Berlins Mitte gerade die letzten Spuren der Nachkriegszeit aus dem Antlitz wischt, nahm vor etwa 200 Jahren die Industrialisierung an Fahrt auf. Das Gebiet nördlich des Stadtzentrums mit seinen Schmelzöfen, Eisengießereien und Maschinenfabriken hieß im Volksmund schon bald „Feuerland“. Von diesem rußigen Kapitel preußischer Industriegeschichte sind neben dem Namen nur noch wenige bauliche Zeugnisse überliefert. Ein neues Wohnhausensemble hat nun nicht allein die historische Ortsbezeichnung aufgenommen, sondern auch einen der wenigen, zumindest in Teilen noch erhaltenen Fabrikbauten der Gründerzeit. Der denkmalgeschützte Altbau an der östlichen Flanke des 80 Meter breiten und bis zu 191 Meter tiefen Grundstücks gab mit seiner ehrwürdigen Architektur das gestalterische Leitmotiv für das gesamte Projekt vor, das die für Berlin typische mehrgliedrige Haus-Hof- Struktur aufgreift. Sechs neue Gebäudeteile bilden zusammen mit dem vorbildlich sanierten und umgebauten Fabrikbau ein aus Querund Längsriegeln bestehendes Gefüge mit insgesamt sieben Innenhöfen. Diese an gründerzeitlicher Verdichtung geschulte Struktur ergab sich aus dem Zuschnitt des Areals selbst, das von der prominenten Chausseestraße tief in den Block hineinwächst. Von den insgesamt 394 entstandenen Wohnungen befinden sich 129 Einheiten im historischen Gemäuer; 265 verteilen sich auf die neu errichteten Gebäudeteile. Mit unterschiedlichen Grundrissen und variierenden Größen zwischen 45 und 200 Quadratmetern Wohnfläche bieten sie Raum für eine Vielzahl von Haushaltsgrößen und Lebensformen. Das Gesamtvorhaben erstreckte sich entsprechend der bebauten und unbebauten Grundstücksteilflächen über mehrere Bauabschnitte. Der Längsriegel entlang der Chausseestraße fügt sich in die vorhandene Blockrandbebauung und reagiert über eine halböffentliche Erdgeschosszone mit Läden und Gewerbeflächen auf das rege städtische Leben vor der Tür. Zwei Durchfahrten dienen als Zugang zu den Innenhöfen und zur Tiefgarage. Im Blockinneren fügen sich die Neubautrakte zu einer steinernen Matrix aus Querund Seitenflügeln, die jeweils unterschiedlich zugeschnittene Innenhöfe ergeben.