Lagot

„Alt und Neu verbinden sich auf dem traditionsreichen, aber ehemals für die Öffentlichkeit verschlossenen Fabrikgelände: hier die zeitlosen Neubauten, dort die denkmalgeschützte Villa – eine seltene, aber sehr gelungene Mischung und ein Gewinn für das ganze Viertel.“ Bayerische Hausbau GmbH & Co. KG

Bayerische Hausbau GmbH & Co. KG
81925 München
Deutschland

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Neubauten in München-Bogenhausen teilen ein ähnlich schweres Los wie angeheiratete Familienmitglieder in besseren Kreisen. Sie müssen beweisen, dass sie in Sachen Klasse und Charakterbildung dazugehören und in jeder Hinsicht den besonderen Erwartungen entsprechen, die mit dem guten Namen verbunden werden. Das Neubauquartier „Lagot“, entstanden zwischen den Gartengrundstücken des Bundesfinanzhofs und dem Bürgermeistergarten, ist so eine geglückte Allianz. Auf dem früheren Gelände des 1914 gegründeten Pharmaherstellers Togal entstand unter Einbeziehung von historischen Bestandsgebäuden ein Stadtquartier, das neben unterschiedlich großen Miet- und Eigentumswohnungen auch Townhouses sowie Büros und Gewerberäume umfasst. Vor Beginn der belebenden Nachverdichtung präsentierte sich das gesamte Areal als introvertierter Gewerbestandort, der dem Treiben der Stadt förmlich den Rücken zukehrte. Die städtebauliche Neufassung öffnet die Lage und sorgt dafür, dass der im Jahr 2009 aufgegebene, weitläufige Firmensitz über die nun entstandene kleinteilige, gleichsam hochverdichtete Struktur im urbanen Gewebe der Umgebung aufgeht. Das Zentrum des neuen Quartiers bildet die denkmalgeschützte alte Villa, die nach Rückbau aller nachträglich ergänzten und zum Teil verfremdenden Anbauten wieder freigestellt wurde. Aus dem städtebaulichen Maßstab der Umgebung heraus wurden die Neubauten entwickelt. So ergab sich ein offenes Ensemble markanter Stadthäuser, die über eine gemeinsame Tiefgarage verbunden sind. Die 1- bis 5-Zimmer großen Wohneinheiten – teils öffentlich geförderte Mietwohnungen, teils Eigentumswohnungen – eignen sich für ganz verschiedene Haushalts- und Lebensformen. Dem fein getakteten Zusammenspiel von Privatheit und Öffentlichkeit trägt auch die Gestaltung der großzügigen Freiräume Rechnung. Neben einer begrünten, für alle zugänglichen Gemeinschaftsfläche gibt es private Höfe und kleine Vorgärten. Freitreppen, Durchgänge und Entrees sorgen dafür, dass es keine unbelebten Ecken gibt. Wie eine Geste an die Stadt wirkt der historische St.-Georgi-Brunnen, der den halböffentlichen Vorplatz an der Ismaninger Straße schmückt. Die Fassaden der Wohnhäuser orientieren sich sowohl in Material und Farbigkeit als auch mit ihren Proportionen an der alten Villa, doch geben sie sich als Neuzugang zu erkennen.