Neue Mitte Altona

„Identität bei hoher Dichte.“ Philipp Kamps SAGA Unternehmensgruppe

akyol kamps: bbp architekten bda
20457 Hamburg
Deutschland

Galerie

Gleisanlagen, Bahntrassen und Lagerflächen: Aus den Synapsen des Industriezeitalters sind irgendwann weiße Flecken auf dem Stadtplan geworden. Auch das Geflecht von stillgelegten Schienenwegen und Fabrikbrachen rund um den Bahnhof Hamburg-Altona war so ein Unort, freilich in bester Lage. Welche Potenziale für die Stadtentwicklung in solchen Arealen schlummern, zeigt das Quartiersprojekt Neue Mitte Altona, das auf dem weitläufigen Gelände des gleichnamigen, längst außer Dienst gestellten Güterbahnhofs entsteht. Auf dem Baufeld 01 des neu parzellierten Viertels sind inzwischen fast 300 Menschen zu Hause – in einem Wohnhaus, das in bester Großstadttradition auch Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss beherbergt und Bewohnern aus allen sozialen Schichten ein Zuhause bietet. Der Neubau bildet den nördlichen Abschluss des Quartiers und zeigt sich als kantig-robustes Volumen, das durch Vor- und Rücksprünge und den Einsatz unterschiedlich kolorierter Ziegel sowohl belebt als auch in distinkte Adressen gegliedert wird. Die verputzte, mit Wärmedämmverbundsystem verkleidete Fassade entfaltet durch die farblich abgesetzten Faschen eine abstrakt-moderne Anmutung, die zugleich die orthogonale Optik betont. Diese Faschen rahmen sowohl die anthrazitfarbenen Kunststofffenster als auch die Loggien und bilden einen frischen Kontrast zu den Ziegeln und den hellen Putzflächen. Der ruhige Innenhof mit seinen hellen Rückfassaden und den begrünten und bepflanzten Freiflächen steht den Bewohnern als gemeinschaftlicher Garten zur Verfügung; auf dieser Seite des Gebäudes befinden sich zudem die Balkone. Die Wohnungen selbst sind allesamt barrierefrei gestaltet und so strukturiert, dass die Schlaf- und Rückzugsräume an der stadtabgewandten Hofseite liegen. Denn auch wenn das Haus auf einem stillgelegten Bahngelände errichtet wurde – die Fernbahntrassen des Bahnhofs Hamburg-Altona verlaufen nur wenige Schritte weiter nördlich direkt am Quartier vorbei. Doch die ratternden Züge gehören nun mal zu Hamburg wie die Nebelhörner der Schiffe.