Rathaus Arkaden

„Vom Möbelhaus zu einem modernen Wohn- und Geschäftshaus.“ Hans Kirchner Architekt

K+ Projekt GmbH
45219 Essen
Deutschland

Galerie

Das Erbe der Nachkriegsmoderne erweist sich nicht selten als Unterpfand einer kommunalen Entwicklungsstrategie, die sich heute mehr denn je der Idee der europäischen Stadt mit ihrer stark verdichteten, funktionalen Mischung verpflichtet fühlt. So ein Glücksfall sind auch die Rathausarkaden in Essen-Kettwig. Das viergeschossige Gebäude, errichtet in den 1960er-Jahren, war ein typisches Kind seiner Zeit: ein langgezogener Riegel mit einer schlichten Glasvorhangfassade, die ihre besten Zeiten zum Zeitpunkt des Umbaus lange hinter sich hatte. Doch seine inneren Werte qualifizierten das Haus für eine Nutzung als Wohn- und Geschäftshaus in bester Lage direkt gegenüber dem Rathaus. Die strenge Geometrie des tragenden Stahlbetonskeletts bot sich als Matrix für eine komplexe Planung an, die unterschiedlich große Wohneinheiten in den Obergeschossen, eine Penthouse-Dachaufstockung sowie Gewerbeflächen für Gastronomie, Handel und Dienstleistungen im Erdgeschoss vorsah. Das überlieferte äußere Erscheinungsbild wich einer klassischen steinernen Fassade, die über eingefasste Fenster, Erker und Loggien den städtischen Charakter des Gebäudes unterstreicht und dem zentralen Marktplatz eine würdige Fassung gibt. Segensreich erweist sich auch die Neufassung der Sockelzone als Arkade, die nicht nur zum namensgebenden Charakteristikum wurde, sondern auch mit den Gebäuden der direkten Umgebung in Beziehung tritt. Um das ehemalige Geschäftshaus für Wohnnutzungen zu rehabilitieren, wurden zwei Treppenhäuser mit Aufzug eingebaut. Neben den barrierefreien Wohnungen in den Obergeschossen gibt es ein Penthouse, das in Holzrahmenbauweise auf das Flachdach gesetzt wurde. Alle Wohnungen verfügen über zwei Balkone und entsprechen in ihrer qualitativ hochwertigen, zeitgemäßen Ausstattung den Wohnansprüchen sowohl von jungen Familien als auch von älteren Bewohnern. Und selbst dem zu weckenden Nachbarschaftsgeist in einem Neubau wurde konzeptionell Rechnung getragen: Der unbebaute Teil der Dachfläche wurde als begrünter Dachgarten gestaltet, der allen Bewohnern offensteht.