Südmole – Die Schiffshäuser

Rheinkilometer 500

Wohnen am Ufer des früheren Zollhafens

Auf dem Gartenfeld außerhalb der Festungsmauern nordwestlich der Mainzer Altstadt begann 1872 die Entwicklung einer umfangreicher Stadterweiterung. Stadtbaumeister Eduard Kreyßig plante sowohl Erschließung wie Bebauung der zukünftigen Neustadt als auch den Zoll- und Binnenhafen der Stadt am Rhein. Rund 100 Jahre hatte dieser Bestand, bevor der Containerumschlag mehr an Bedeutung gewann. 2003 entschied die Stadt, die Containerterminals rheinabwärts zu verlegen und die Fläche des früheren Zollhafens in ein Wohngebiet zu konvertieren. Mit der Südmole als „steinernes Ufer“ und der Nordmole als „grünes Ufer“.

Anzahl Wohneinheiten128
Wohnfläche13.200 m²
StandortMainz (D)
ProjektentwicklerBPD Immobilienentwicklung GmbH
Award-KategorieQuartiersentwicklung
PlanungsbüroBPD Immobilienentwicklung GmbH
Zum Profil
FotografieJan de Vries, IMOGENT GmbH
Mit dieser anspruchsvollen Architektur, die hohe Wohnwerte erfüllt und auf die Besonderheit des Standorts als ehemaliger Verladehafen reagiert, respektieren wir dessen Vergangenheit und gestalten dessen Zukunft.

Ingo Schilling

Für die Entwicklung des großen südlichen Areals rief BPD Immobilienentwicklung einen internationalen, geladenen Architektenwettbewerb aus, den das Berliner Büro Langhof einstimmig für sich entscheiden konnte. Zwischen Rhein und Hafenbecken entstand bis 2019 in direkter Wasserlage das autofreie Quartier Südmole – Die Schiffshäuser. Die insgesamt sechs eigenständigen Wohngebäude sind in ihrer Kubatur als eine Reminiszenz an den früheren Zollhafen und an die besondere Lage gedacht. Die Form der Schiffshäuser öffnet aber auch den Außenraum zum Wasser. Zudem betont sie im gesamten Quartier die Blickachsen zwischen der Neustadt und der im Rhein liegenden Naturschutzinsel Petersaue. Auch auf die Innenräume wirkt sich die Gestalt der Wohnhäuser aus: Kein Grundriss der insgesamt 128 Zwei- bis Fünfzimmerwohnungen ist innerhalb eines Geschosses identisch und von den meisten Wohnungen aus ist der Blick sowohl auf den Rhein als auch auf die Hafenbecken möglich. In unmittelbarer Nachbarschaft des alten Weinlagers und einem der Verladekräne wollen die Planer auch mit den Materialien an die ehemalige industrielle Nutzung des Areals erinnern: Klinker für die Fassaden und Cortenstahl für die Einfassung der terrassenförmig angelegten Pflanzflächen. Hier finden sich, wo notwendig, hohe Gräser als Sichtschutz für die privaten Gärten und Außenbereiche. Denn bewusst verzichtete man auf Zäune im gesamten Quartier, die Wohnbebauung öffnet sich stattdessen zu den öffentlichen Stadträumen am Rheinufer.

Impressionen