Wohnen im Rosensteinviertel

„Vorn die Nordbahnhofstraße, hinten der Park.“ Siedlungswerk GmbH Wohnungs- und Städtebau

Siedlungswerk GmbH Wohnungs- und Städtebau
70180 Stuttgart
Deutschland

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Stuttgart gehört zu jenen deutschen Großstädten, die der anhaltend hohen Nachfrage nach innerstädtischem Wohnraum mit innovativen Entwicklungskonzepten beikommen wollen. Dazu gehört das Programm „Stuttgarter Innenentwicklungsmodell“ (SIM), das Bauvorhaben auf eine sozial ausgewogene und städtebaulich nachhaltige Lösung verpflichtet. Diese Maßgaben galten auch für den Planungswettbewerb für ein zentral gelegenes Wohnquartier im Rosenstein-Viertel am Nordbahnhof. Die gründerzeitlich geprägte Nachbarschaft mit ihrer Blockrandbebauung bildet den Ausgangspunkt des siegreichen Wettbewerbsentwurfs, auf dessen Grundlage ein Ensemble aus sieben Häusern mit insgesamt 125 Wohnungen entstand. Doch die Errichtung des neuen Ensembles gestaltete sich kompliziert. Neben der schwierigen Hanglage erwiesen sich auch alte Bahnanlagen sowie die Altlasten auf dem früher gewerblich genutzten Gelände als erhebliche Herausforderung an die Planung. Die neu entstandenen Stadtvillen nehmen nicht nur die ortstypische Maßstäblichkeit auf, sondern schreiben mit ihren Klinkerfassaden und den festgelegten unbebaubaren Abstandsflächen – der sogenannte Stuttgarter Bauwich – lokal prägende Bautraditionen fort. Die Gebäude bilden ein gestrecktes Karree mit einem begrünten Innenhof, den sich die gut 350 Bewohner der unterschiedlich großen Eigentums- und Mietwohnungen teilen. Dazu gehören auch die 14 Einheiten, die in enger Kooperation mit dem Körperbehinderten-Verein Stuttgart errichtet wurden. Dank des differenzierten immobilienwirtschaftlichen Konzepts ist das Quartier tatsächlich ein Zuhause für viele geworden. Modellcharakter wächst dem innovativen Energiekonzept zu, das in Form eines Energie- Contractings mit der ImmoTherm GmbH konzipiert wird. Das intelligente System kombiniert Blockheizkraftwerk, Wärmepumpe, Eisspeicher, Solarabsorber und Fotovoltaik. Als Energiereservoir dient ein Eisspeicher, der von den Solarabsorbern auf den Gebäuden mit Wärme gespeist wird und die Energie in erster Linie für die Beheizung speichert. Dem ehrgeizigen Nachhaltigkeitsplan des Bauherrn entspricht nicht zuletzt das beispielhafte Mobilitätskonzept des Quartiers, das Energiesystem, Fahrzeug und Verkehrssystem verbindet. Die für das E-Car-Sharing-Angebot nötige Energie wird aus der Fotovoltaikanlage und dem Blockheizkraftwerk gewonnen. Dafür erhielt das Projekt den „Umweltpreis 2016“ der Landeshauptstadt Stuttgart.