Wohnvielfalt am Grasbrookpark

„Wir freuen uns, dass wir an diesem exponierten Standort eine gelungene Architektur mit einer sozial und auch in der Altersverteilung durchmischten Bewohnerstruktur verbinden konnten. Damit ist eine echte Wohnvielfalt entstanden, die auch so gelebt wird.“ Dirk Hinzpeter, HANSA Baugenossenschaft

HANSA Baugenossenschaft e.G.
22305 Hamburg
Deutschland

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Die HafenCity Hamburg galt lange und nicht zu Unrecht als exklusives Luxusquartier, in dem die Quadratmeterpreise der Wohnungen allein von Angebot und Nachfrage diktiert wurden. Menschen mit Tarifgehältern waren dort allenfalls als staunende Besucher anzutreffen. Doch die Kommunalpolitik hat inzwischen erkannt, dass die HafenCity nur dann zu einem lebendigen Teil Hamburgs werden kann, wenn Hamburg dort auch Platz findet: in Gestalt einer bunt gemischten, vielfältigen Einwohnerschaft. Über öffentlich geförderten Wohnungsbau ist es nun gelungen, ein Gebäude zu errichten, das mit insgesamt 136 bezahlbaren Wohnungen für ganz unterschiedliche Lebensformen und Haushaltsgrößen genau das bietet, was dort bislang gefehlt hat. Die Stadt hat dafür ein Konzeptverfahren angestrengt, bei dem der Erwerb des Baugrundstücks zu vergünstigten Preisen an Bedingungen geknüpft war. Es kamen nämlich nur Bauherren zum Zuge, die mit ihrem Projekt einen sozialen und kulturellen Mehrwert zu schaffen versprachen. Ein Drittel der Einheiten entstand als Eigentumswohnungen für eine Baugruppe, einweiteres Drittel wird zu einem preisgedämpften Mietzins beziehungsweise als geförderter Wohnraum vermietet, der Rest steht der Vermietung zu marktüblichen Preisen zur Verfügung. Diese wohnungswirtschaftliche Binnendifferenzierung sieht man dem langgestreckten, tektonisch bewegten Baukörper freilich nicht an. Entstanden ist ein markantes Gebäude in Blockrandbebauung, das mit großformatigen Einschnitten geschickt kaschiert, dass es auf eine Länge von beträchtlichen 115 Metern kommt. Dadurch werden nicht nur sämtliche Wohnungen mit ausreichend Tageslicht versorgt, es entsteht auch eine organische Verbindung zwischen dem Innenhof und dem Straßenraum. Das urbane Surplus des Projekts liegt genau genommen im Erdgeschoss, das mit einem Gemeinschaftsraum für die Bewohner auch Ateliers sowie Gewerbe- und Büroräume bietet, die für Kunstprojekte, Veranstaltungen oder stadtkulturelle Initiativen zur Verfügung stehen. Außerdem befindet sich im Haus ein Kindergarten. Auch wenn die Stadt Hamburg für das Grundstück in bester Lage nicht den marktgängigen Höchstpreis erzielt hat – gewonnen hat sie auf jeden Fall.