Beznerturm Ravensburg

Grauer Kern

Gemeinsames Leben und Wohnen in der Ravensburger Oststadt

Nach Stilllegung der Albert Bezner Maschinenfabrik wurde das brachliegende, rund 1,1 Hektar große Areal 2014 an den Projektentwickler Reisch und die Stiftung BruderhausDiakonie veräußert. In ihrem Beitrag zum städtebaulichen Wettbewerb entschieden sich die Entwickler zu einem bis dahin in Ravensburg ungewöhnlichen Schritt: Um bei der Neuordnung des Areals den Charakter eines gewachsenen Quartiers entstehen zu lassen, beauftragten sie nicht nur unterschiedliche Architekturbüros mit dem Bau der Wohngebäude. Ebenso steht die 1901 erbaute Maschinenfabrikhalle nun der Öffentlichkeit mit Arbeitsräumen für Kreativschaffende und einem Veranstaltungsort für die Kulturbranche zur Verfügung. Die Integration eines vom BruderhausDiakonie betriebenen kleinen Lebensmittelladens mit öffentlichem Tagescafé und einer Werkstatt für psychisch erkrankte Menschen sind weitere elementare Teile des Konzepts.

Anzahl Wohneinheiten10
Wohnfläche1.038 m²
StandortRavensburg
Architekturbächlemeid architekten stadtplaner bda
BauherrschaftBauherrengemeinschaft Beznerturm GbR
Planungsbürobächlemeid architekten stadtplaner bda
Zum Profil
FotografieRoland Halbe
Erhalt und Weiterbau in Reminiszenz und Kontinuität des bestehenden Fabrikareals ‚Bezner‘

bächlemeid architekten stadtplaner bda

Und nicht zuletzt ergänzt dieses lebendige und vielfältige Quartier die Bauherrengemeinschaft Beznerturm, die das ehemalige Verwaltungsgebäude der Fabrik, den Beznerturm, gemeinsam mit bächlemeid architekten stadtplaner aus Konstanz zu insgesamt zehn Wohnungen und einer Gewerbeeinheit im Erdgeschoss umgebaut und erweitert hat. Ausgehend von der „grauen Kubatur als Kern“, wie die Architekten den Bestand beschreiben, legen sich Erweiterungen und Ergänzungen vertikal und horizontal wie Schichten um das den Eingang ins Quartier bildende Gebäude. Sie verwandeln den ursprünglich fünfgeschossigen Verwaltungsbau aus den Fünfzigerjahren in einen sechsgeschossigen Wohnbau. An der Holbeinstraße schließt der Turm mit einer Fuge an das als Ziegelbau ausgeführte historische Fabrikgebäude an. Nach innen gewölbt erlaubt sie beiden Gebäuden ihre Eigenständigkeit. Hier, an der Ostseite des Turms, bleibt der konstruktive Rhythmus der ursprünglichen Fenster deutlich ablesbar. Aufgebrochen wird diese Regelmäßigkeit durch die sich aus den unterschiedlichen Wohnungsgrundrissen ergebenden Fenster und Loggien. Nach Westen wurde das Gebäude um eine vorgelagerte Schicht zur Erweiterung des Wohnraums ergänzt – nicht ohne den belebenden Wechsel der Fassadenöffnungen zu wiederholen. In der Höhe findet der Turm durch eine zur Straße hin abgeschrägte Aufstockung in Holzbauweise als zusätzliches Geschoss seine Erweiterung. Die Fassade aus hinterlüftetem Klinkerstein fügt die unterschiedlichen Schichten und Ebenen zu einer Kubatur zusammen und verortet sich damit im Kontext der Bestandsgebäude des Bezner-Areals.

Impressionen