Wildgarten mi(e)tgestalten

Lebendige Nachbarschaft

Das Projekt in Wien gab seinen Mietern ein Stimmrecht bei seiner Gestaltung

In der Nähe des Schlossparks Schönbrunn entsteht im Südwesten von Wien auf dem 11 Hektar großen Stadterweiterungsgebiet „Wildgarten“ ein neues Quartier. Dieses trägt maßgeblich zur erforderlichen Verdichtung des 12. Randbezirks beiträgt. Zahlreiche Gebäude sind mittlerweile fertiggestellt. Dazu zählt auch das von der EGW Erste gemeinnützige Wohnungsgesellschaft als Bauträger betreute und von Caramel Architekten geplante Projekt Wildgarten mi(e)tgestalten. Das Besondere: Die zukünftigen Bewohner konnten im Planungsprozess sowohl die Grundrisse ihrer zukünftigen Wohnungen als auch die Gemeinschaftsbereiche mitbestimmen und -gestalten. Die Planer von raum & kommunikation haben hierfür das Konzept entwickelt und den Partizipationsprozess gestaltet. Dieser war bisher meist nur im Rahmen von Baugruppenprojekten praktiziert wird und damit eine finanziell besser gestellte Zielgruppe anspricht. Dabei sahen die Entwickler das Potenzial einer gewachsenen Gruppe, die gerade in einem neuen Quartier unterstützend wirkt, auch auf eine Mietergemeinschaft übertragbar.

Anzahl Wohneinheiten44
Wohnfläche3.200 m²
StandortWien (A)
BauherrschaftEGW Erste gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH
Award-KategoriePartizipative Planung
PlanungsbüroCaramel architekten zt-gmbh
Zum Profil
FotografieChristian Sperr
Im Zuge des Planungsprozesses Wildgarten mi(e)tgestalten wurden unterschiedlichste Nutzungswünsche bei identischen Grundlayouts der jeweiligen Wohnungstypologien der zukünftigen Mieter maximal berücksichtigt.

Caramel architekten zt-gmbh (im Bild) und EGW Erste gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH

Für die beiden Baukörper wurde eine Grundstruktur mit wenigen Stützen und Versorgungssträngen errichtet. Die im Vorfeld entwickelten möglichen Grundrisslayouts dienten als Grundlage für die Workshops mit den späteren Bewohnern. Aber auch zukünftig bietet die reduzierte Struktur die nötige Flexibilität, um die individuelle Raumaufteilung der 44 Wohnungen ohne großen Aufwand anzupassen. Die Erschließung der beiden Baukörper erfolgt über Laubengänge, deren Gestaltung ebenfalls den Bewohnern überlassen ist. Als Ergänzung zur Wohnfläche können sie genutzt und begrünt werden. Die Verschiebung der Erschließungsflächen als gemeinschaftlich nutzbare breite Laubengangflächen ins unbeheizte Äußere führte auch dank der kompakten Bauweise sowohl zu niedrigen Errichtungs- als auch Betriebskosten durch die Reduzierung der zu beheizenden Fläche. Trotz des immer stärker werdenden finanziellen Drucks während der Planungs- und Bauzeit ließen sich dennoch die wichtigsten Anliegen der Bewohner wie eine Gemeinschaftsküche, ein Partyraum für die Jugendlichen, ein Grillplatz mit Dachgarten und Urban-Gardening-Zone sowie zwei zusammenschaltbare Säle für ein Yoga- und Tanzzentrum und zwei Spielplätze realisieren.

Impressionen